Die getrennte Sammlung von Küchenabfall in der Stadt Mailand

Das staatliche Abfallgesetz (Dekret 152/2006) setzt fest, dass alle Kommunen mindestens 65 % der Siedlungsabfälle getrennt sammeln und sie zu Wiederverwertung versenden müssen. Die Kommunen sind auch dafür verantwortlich, die Sammlung der Verpackungsabfälle zu organisieren. Es wurde anhand der technischen Literatur des Sektors nachgewiesen, dass dieses Ziel der Wiederverwertung nicht erreicht werden kann, ohne flächendeckend die Getrenntsammlung der Küchenabfälle einzuführen. Die staatlichen Vorschriften über Abfall verlangen seit 2011 außerdem, dass Bioabfall in kompostierbaren Tüten gesammelt wird, die dem europäischen Standard für Kompostierbarkeit EN13432 entsprechen.

Die ersten Getrenntsammlungs-Systeme für Küchenabfall wurden vor 20 Jahren in den Regionen Norditaliens (Lombardei und Venetien) eingeführt und später in Mittel- und Süditalien verbreitet. An den ersten Erfahrungen waren Kommunen mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern beteiligt, aber schon 1998 fand man diese Systeme auch in Zonen mit einer hohen Bevölkerungsdichte (mehr als 3.000 bis 4.000 Einwohner/km2) und in großstädtischen Zonen (z. B. in Kommunen des Hinterlandes von Mailand). Heute ist die Getrenntsammlung für Küchenabfall in vielen Provinzhauptstädten aktiviert; oft mit Hol-Systemen, die in der Lage sind, eine hohe Performance der Sammlung und der Qualität der Materialien zu gewährleisten. Im Fall von Küchenabfall gibt CIC (italienische Gemeinschaft für Kompost und Biogas) – anhand von mehr als 2.500 Untersuchungen, die seit 2009 durchgeführt wurden – an, dass im Durchschnitt der Störstoffanteil 4,5 % des Gewichts der Abfälle ausmacht. Im Jahr 2012 wurden in den italienischen Kommunen ungefähr 3,1 Millionen Mg Küchenabfall und 1,7 Millionen Mg Grünabfall gesammelt. Anhand der typischen Sammelmengen, die in den Gebieten von Nord-, Mittel- und Süditalien erwartet werden, wird geschätzt, dass von den Sammeldiensten eine Bevölkerung von 40 Millionen Personen betroffen ist.
Autor(en)
Paola Petrone, Danilo Vismara
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
26. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2014) (April 2014)
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