Kommunale Umsetzung der Kreislaufwirtschaft – Chancen und Konsequenzen für einen Landkreis
Im Werra-Meißner-Kreis (WMK) laufen bis 2015 mehrere abfallwirtschaftlich relevante Verträge aus, wodurch in besonderer Weise auch auf die Einführung des novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes reagiert werden kann. Der traditionell eingeschlagene klimaschonende Weg in der Abfallwirtschaft des WMK erhält durch die eingeforderte Ressourcenschonung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes neuen Rückenwind. Wesentliche Bausteine der zukunftsorientierten Kreislaufwirtschaft im Werra-Meißner- Kreis sind innovative Ansätze zur Abfallvermeidung, eine ganzheitliche Biomassestrategie, eine effektivere Verwertung von Elektroaltgeräten sowie die weitgehend verwertungsorientierte Restabfallbehandlung.
Der Werra-Meißner-Kreis hat eine Gesamtfläche von 1.025 km 2 . Das Gebiet ist als abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft zu beschreiben, die zu rund drei Viertel aus Landschafts- oder Naturschutzgebieten besteht.
Das Abfallaufkommen sowie die Abfallsammlung werden u. a. auch von der ländlichen Siedlungsstruktur des Werra-Meißner-Kreises geprägt. Viele kleine Städte und Gemeinden mit ihren vielen Ortsteilen verursachen aufwendige Sammeltouren. Die im Kreis üblichen großen Hausgärten bedingen ein hohes Bioabfallaufkommen.
Das Restabfallaufkommen der privaten Haushalte hat sich u. a. durch die Einführung des Identsystems im Gebiet des Abfallzweckverbandes (2001) bzw. in den Städten Eschwege (2009) und Sontra (2011) deutlich verringert. Darüber hinaus ist der Werra- Meißner-Kreis stark vom demografischen Wandel betroffen, wodurch die Bevölkerungszahl rückläufig ist und die Abfallmengen weitergehend sinken.
Die oben angeführte Tabelle unterstreicht eindrucksvoll den ländlichen Charakter des Kreises. Die Einwohnerdichte beträgt 100 Einwohner pro Quadratkilometer, während der durchschnittliche Vergleichswert in Hessen bei ca. 290 E/km² liegt. Die durchschnittliche Wohnungszahl pro Gebäude liegt bei 1,7 und weist auf die überwiegend vorherrschende Bebauungsstruktur mit 1- und 2-Familien-Häusern hin.
Im Jahr 2015 laufen im Werra-Meißner-Kreis mehrere abfallwirtschaftliche Verträge aus, wodurch die Möglichkeit besteht, weitergehende Optimierungen im Sinne einer klimaschonenden Abfallwirtschaft umzusetzen.
Autor(en)
Prof. Dr. Rainer Wallmann
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2013) (März 2013)
Verkaufspreis
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