Ordnungsgemäße Kennzeichnung und Verwertung von Komposten und Gärresten nach Düngerecht
Da von Düngemitteln erhebliche Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt ausgehen können, stellt das Düngerecht eine Reihe von Anforderungen an das Inverkehrbringen von Düngemitteln. Zunächst müssen die verwendeten Ausgangsstoffe zulässig sein und das Düngemittel einem Düngemitteltyp der Düngemittelverordnung entsprechen. Weiterhin muss das Düngemittel die Schadstoffgrenzwerte der Düngemittelverordnung einhalten und darf keine seuchen- oder phytohygienisch relevanten Schaderreger enthalten. Schließlich muss jedes Düngemittel ordnungsgemäß gekennzeichnet sein. Alle diese Anforderungen werden von den Düngemittelverkehrskontrollstellen der Länder überwacht.
Die Produktivität der modernen Landwirtschaft beruht zu einem existentiellen Teil auf der zielgerichteten Versorgung der Pflanzenbestände mit Nährstoffen. Als Nährstofflieferanten werden neben mineralischen Düngemitteln auch organische Nebenprodukte oder Abfälle im Sinne der Kreislaufwirtschaft eingesetzt. Nahezu die gesamte landwirtschaftliche Fläche in Deutschland wird daher regelmäßig mit Düngemitteln beaufschlagt.
Düngemittel bergen aber auch ein gewisses Gefahrenpotenzial für Mensch, Tier und Umwelt. So sind Nährstoffüberschüsse auf landwirtschaftlichen Flächen ein maßgeblicher Grund für die Nitratbelastung des zur Trinkwassergewinnung verwendeten Grundwassers. Außerdem können Schadstoffe, die mit Düngemitteln in das System Boden-Pflanze(-Nutztier) eingebracht werden, zu einer Akkumulation und schließlich zu einer Belastung von Lebensmitteln führen. Schließlich gehen von organischen Düngemitteln seuchen- und phytohygienische Gefahren aus, die nicht nur wirtschaftlichen Schaden in Tier- und Pflanzenbeständen verursachen, sondern auch für die menschliche Gesundheit abträglich sein können.
Aus diesem Grund regelt das Düngerecht das Inverkehrbringen und Anwenden von Düngemitteln. Dabei gelten im Falle der Verwendung von Bioabfällen neben dem Abfallrecht immer auch die Anforderungen des Düngerechts.
Autor: Dr. Philipp J. Roth
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© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
25. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2013) (März 2013)
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