Erfahrungen mit der Ausweitung der Getrenntsammlung von Bioabfällen mittels Bioenergietonne im Rhein-Neckar-Kreis
Am Beispiel des Rhein-Neckar-Kreis mit rund 540.000 Einwohnern werden Lösungsansätze zur Ausweitung der getrennten Erfassung von Bioabfällen über die Bioenergietonne aufgezeigt. Dabei wurde bei der Einführung und Ausweitung dieses Sammelsystems konsequent auf die Nutzung von hoheitlichen Instrumenten in Form des Anschluss- und Benutzungszwangs verzichtet und intelligente Formen der individuellen Gebühreneinsparung zusätzlich zu der Botschaft der Nutzung der Bioenergie in den Vordergrund gestellt. Die Erfahrungen des ersten Betriebsjahres zeigen eine deutliche Ausweitung des erfassten Aufkommens an Bioabfällen mit einer Steigerung von rund 13,4 kg/Einwohner im Jahr 2011 auf 48,5 kg/Einwohner im Jahr 2012 und einer für das Jahr 2013 erwarteten weiteren Steigerung auf 55,5 kg/Einwohner. Der hierfür erforderliche Aufwand liegt bei rund 5,55 € je Einwohner.
In Deutschland werden derzeit jährlich rund neun Millionen Tonnen Bio- und Grünabfälle aus Haushaltungen getrennt erfasst und einer Verwertung zugeführt. Vor dem Hintergrund der Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der Pflicht zur getrennten Erfassung von Bioabfällen ist mit einer Ausweitung dieser Mengen zu rechnen, sodass sich sowohl Fragen nach den optimalen Erfassungslösungen, aber insbesondere auch Fragen nach der sinnvollen Verwertung der Bio- und Grünabfälle im Sinne der Nutzung der in der Biomasse enthaltenen Energie sowie der Nutzung der stofflichen Produkte für den Düngebereich stellen.
Am Beispiel des Rhein-Neckar-Kreises wird eine Lösung zur Steigerung der Erfassungsmengen an Biomüll dargestellt, die nicht auf die üblichen Komponenten des Anschluss- und Benutzungszwanges setzt, sondern welche die Mitarbeit und damit die Beteiligung der Bürger in den Vordergrund stellt und somit auf freiwilliger Basis beruht. Grundlage dieses Systems ist eine Kombination zwischen der Einführung einer neuen Variante der Biomülltonne in Form der „Bioenergietonne“, aber auch gleichzeitig die Botschaft einer intelligenten Gebührengestaltung. Nämlich dadurch, dass der Bürger in weitem Maße durch die Nutzung des differenzierten Behälterangebots selbst entscheiden kann, welche Gebührenbelastung für ihn entsteht.