Nachhaltige Materialbewirtschaftung - Effiziente Ressourcenwirtschaft
Der Begriff Nachhaltigkeit wie auch Ressourceneffizienz wird heutzutage in nahezu inflationärer Weise angewendet. Alle Versuche, den mengenmäßigen Verbrauch von energetischen und materiellen Ressourcen zu drosseln und so einen wirkungsvolleren Gebrauch zu erreichen, werden mit diesem Begriff - oder ist es ein Konzept, eine Strategie? - verbrämt.
Die nähere Betrachtung der Bereitstellung von Energie und Konsumgütern offenbart, dass seit der Industrialisierung vor zwei-, dreihundert Jahren eine unüberschaubare Anzahl von Wertschöpfungs- und Prozessketten entstanden sind, die mit all den mannigfaltigen Alltagsgegenständen, Gebrauchs- und Luxusgütern und nur dank der wohlfeilen Verfügbarkeit von Energieträgern und Rohstoffen unseren Lebensstil prägen. Aufgrund von äußerst komplizierten Netzwerken unterschiedlichster Wertschöpfungsketten ist uns die Transparenz abhanden gekommen. Man stelle sich nur die Entstehungsgeschichte eines Handys vor. In ihm finden sich über dreißig unterschiedliche Metalle in ebenso unterschiedlichen Konzentrationen und Funktionen: einige Gramm Kupfer als Leitermaterial, zehn, etwa zwanzig Milligramm Gold auf den Leiterbahnen, den vergoldeten Kontakten und in den aufgelöteten Chips, einige hundert Milligramm Neodym als magnetisches Material in den Mikrophonen und Motoren der Vibrationsmelder, kaum ein Milligramm Indium in der leitfähigen Indium-Zinn-Oxidschicht des Displays, etc., etc. All diese Metalle und Funktionsmaterialien haben ihre eigene Entstehungsgeschichte mit bekanntem, oft jedoch unbekanntem Ausgangspunkt, vielen Zwischenstationen und wenigen Endfertigungsstätten.
Autor(en)
Prof. Dr. Armin Reller
Contentpartner
© Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Publikation
KreislaufwirtschaftsTag 2012 (Oktober 2012)
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