REACH – Kommunikation in der Lieferkette – eine Zwischenbilanz aus Sicht des Verbandes Chemiehandel

Für den Chemikalien-Groß- und Außenhandel konzentrierte sich lange Zeit die Auseinandersetzung mit der REACH-Verordnung auf Fragen der Registrierung von Stoffen und mündete in der Kernfrage: Wird die Registrierung eines Stoffes so aufwendig und kostspielig, dass er schließlich vom Markt genommen wird? Während die Antwort auf diese Frage in der Vielzahl der Fälle noch auf sich warten lässt, weil die Mehrzahl der Stoffe „erst“ bis zum 1.6.2013 bzw. 2018 registriert wird (werden muss), ist deutlich geworden, dass eine – möglicherweise die – zentrale Herausforderung im Rahmen von REACH in der Entwicklung praktikabler Kommunikationsstrategien in der Lieferkette besteht.

Eine der wenigen Schlussfolgerungen, die heute mit Sicherheit gezogen werden können, ist diejenige, dass REACH auch für die Unternehmen des Chemiehandels zu einem zeitlichen und finanziellen Aufwand geführt hat, wie ihn bis dato keine andere Gesetzgebung von der Branche gefordert hat. Ob REACH zu substanziellen Verbesserungen für den Arbeits-/Gesundheits- und Umweltschutz führt, ist zumindest derzeit noch nicht erkennbar. Bezweifeln muss man dies für Deutschland und einige wenige weitere EU-Mitgliedstaaten im Hinblick auf den bereits heute praktizierten hohen Standard. Bezweifeln muss man dies ebenso hinsichtlich anderer EU-Mitgliedstaaten – die in der Vergangenheit zurückhaltend in ihren Bemühungen zur Umsetzung des EU-Chemikalienrechts waren – weil diese auch bei der Umsetzung der REACH-Vorgaben erkennbar nicht mit Euphorie vor- und vorangehen.
Autor(en)
Peter Steinbach
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
StoffR 04 / 2012 (September 2012)
Verkaufspreis
€ 25,00