Einsatz von biologisch abbaubaren Kunststoffen in der Kompostwirtschaft – Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Praxisversuch im Landkreis Bad Dürkheim

Für die Entsorgung des Bioabfalls erhielten rund 65.000 Haushalte aus dem Landkreis Bad Dürkheim je zehn Biomülltüten aus dem kompostierbaren BASF-Kunststoff Ecovio® FS. Die in diesen Ecovio®-Tüten gesammelten Bioabfälle wurden im Biokompostwerk zu Kompost verarbeitet. Nach dem Kompostierungsprozess konnten keine Reste der Ecovio®-Folien mehr in der Rotte gefunden werden und sie wurden vollständig biologisch abgebaut. Durch den Einsatz dieser Tüten wurden weder die Kompostqualität noch die Arbeitsabläufe im Biokompostwerk beeinträchtigt. Eine Erhöhung der Sortierreste war nicht festzustellen. Im Rahmen einer Kundenbefragung äußerten sich rund 90 % zufrieden mit dem Einsatz dieser Biomülltüten.

Der Praxisversuch zum Einsatz von biologisch abbaubaren Kunststoffen im Biokompostwerk Grünstadt der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH erfolgte in einem zweistufigen Verfahren. Zunächst wurde im Jahr 2009 eine Versuchsreihe gestartet, bei der die Kompostierfähigkeit der Ecovio®-Folien neben verschiedener bereits am Markt erhältlichen biologisch abbaubaren und nach DIN EN 13432 zertifizierten Biomüllbeutel im Biokompostwerk Grünstadt getestet wurde. Dabei ging es im Besonderen um die Fragestellung, ob die getesteten Tüten während der technischen Verweilzeit im Kompostierungsprozess tatsächlich biologisch abgebaut werden können. Die DIN EN 13432 fordert einen Abbaugrad von 90 % innerhalb von 180 Tagen. Die Rottezeit im Biokompostwerk Grünstadt liegt bei drei bis vier Wochen. Für den Betreiber des Biokompostwerkes ist es zwingend notwendig, dass sich die biologisch abbaubaren Tüten während dieser Rottezeit auch tatsächlich vollständig abgebaut haben. Nachdem diese erste Versuchsphase hinsichtlich Kompostierfähigkeit und Kompostqualität der Ecovio®-Tüten positiv abgeschlossen werden konnte, sollte in einem zweiten Schritt die Praxistauglichkeit getestet werden. Die BASF, der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Bad Dürkheim und die weiteren Projektbeteiligten haben deshalb die Durchführung eines Feldversuchs vereinbart und abgestimmt.
Autor(en)
Klaus Pabst
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2012) (April 2012)
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