Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation und Handlungsoptionen
Die Weltbevölkerung wächst und viele Menschen hungern. Vor diesem Hintergrund wird in der Öffentlichkeit zunehmend kritisch diskutiert, dass ein beachtlicher Teil aller Lebensmittel weltweit auf dem Weg vom Acker bis zum Teller vernichtet werden. Das Forschungsprojekt Verringerung von Lebensmittelabfällen – Identifikation von Ursachen und Handlungsoptionen in NRW (Zeitrahmen: 9/2011 bis 2/2012) im Auftrag des MKULNV NRW gibt Aufschluss über Ursachen und Auswirkungen der Vernichtung von Lebensmitteln in NRW. Es werden Handlungsoptionen zur Unterstützung politischer Entscheidungsträger in NRW und der Teilnehmer des Runden Tisches „Neue Wertschätzung für Lebensmittel“ bei der Entwicklung von Maßnahmen im Thema „Reduktion der Lebensmittelabfälle“ dargestellt.
Viele Lebensmittel gehen auf dem Weg vom Acker bis zum Teller verloren, werden verworfen oder vernichtet. Von der Verschwendung sind alle Phasen der Lebensmittelkette betroffen. In einkommensschwachen Ländern gehen vorrangig in den frühen Phasen der Wertschöpfungskette Lebensmittel verloren. In einkommensstarken Ländern hingegen entstehen Lebensmittelabfälle erst in späten Phasen der Wertschöpfungskette. In Deutschland wurden bisher keinerlei Daten zu den tatsächlichen Mengen, Ursachen und Entstehungsorten erhoben. Trotz dieser großen Lücken gibt es wenig Zweifel daran, dass das Ausmaß der Warenverluste und -vernichtung beachtlich ist. Auf verschiedenen Ebenen wurde 2011 das Thema aufgegriffen. Die Europäische Kommission hat sich in ihrem „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ zum Ziel gesetzt die Entsorgung von genusstauglichen Lebensmittelabfällen in der EU bis 2020 zu halbieren. [EU]
Autor(en)
Prof. Dr. oec.troph. Guido Ritter, Prof. Dr. rer. pol. Petra Teitscheid, M.Sc. oecotroph. Christine Göbel, B.Sc.Oecotroph. Silke Friedrich, Dipl.-Oecotroph. Antonia Blumenthal