Energetische Verwertung von holzigen Grünabfällen und Resthölzern nach dem neuen EEG

Das EEG hat entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Anlagenparks der Biomassekraftwerke. Die Veränderung der Märkte für holzartige Grünabfälle und Resthölzer führte dazu, dass die Anreize und Impulse des EEG überprüft und angepasst werden mussten. Das EEG 2012 nimmt insoweit wichtige Systemkorrekturen vor. Unter der Geltung des neuen EEG ist daher davon auszugehen, dass der Anlagenpark langsamer wachsen und der Nutzungsdruck auf holzartige Biomasse nicht weiter ansteigen wird. Denn die energetische Verwertung von holzartigen Grünabfällen und Resthölzern steht bereits heute unter erheblichem Konkurrenzdruck durch die stoffliche Verwertung der geeigneten Qualitäten und durch konventionelle Kraftwerke, die an dem CO2-neutral verbrennenden Wertstoff interessiert sind.

Die energetische Verwertung von holzartigen Grünabfällen und Resthölzern hat eine große Bedeutung bei der Erreichung der Klimaschutzziele1. Denn Holz hat im Wachstumsprozess CO2 aufgenommen, das über den Recyclingprozess im Produkt gebunden wird, bis das Material schließlich CO2-neutral verstromt wird. Die energetische Verwertung der holzigen Biomasse erfolgt vorrangig in Biomassekraftwerken, die in Substitution konventioneller Energieträger Elektrizität und Wärme erzeugen2. Je nach Mengenverfügbarkeit und Preisdruck wird das Material auch in Müllverbrennungsanlagen oder konventionellen Kraftwerken mit Wirbelschichtfeuerung verbrannt. Eine durch die Vattenfall Europe AG unterstützte Studie der Deutsche Energie Agentur GmbH (dena) geht davon aus, dass bis zu 50 % der heute in Kohlekraftwerken eingesetzten Kohle durch holzartige Biomasse ersetzt werden kann3. Selbst diese Erhebung erkennt jedoch eine unzureichende Brennstoffversorgung an und setzt insoweit auf zusätzliche Importe und den Anbau von Energiehölzern; allerdings sind auch diese Potenziale beschränkt (vgl. dazu sogleich unter Ziff. 1.3, 2.2, 3.2). Die Verwertungswege von Holz sind vielfältig und stehen angesichts der das Angebot übersteigenden Nachfrage miteinander in Nutzungskonkurrenz. Aus diesem Grund ist der Markt für holzartige Biomasse bereits heute nicht ausgeglichen. Zudem wächst auch in den europäischen Nachbarländern der Anlagenpark und daher der Bedarf an Rohund Altholz. Dabei ist zu berücksichtigen, dass selbst bisherige Exportländer (wie Großbritannien und die Niederlande) durch massiven Aufbau eigener Verwertungskapazitäten zunehmend selbst zu Importländern werden.
Autor(en)
Anemon Strohmeyer
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2012) (April 2012)
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