Die Umweltkatastrophe von Ajka – Rechtliche Grundlagen für den Umgang mit Rotschlamm in Ungarn und Europa
In Ungarn hat sich eine Umweltkatastrophe ereignet, deren Ausmaß noch nicht abzuschätzen ist, aber wohl über alles hinausgeht, was Zentraleuropa bisher gesehen hat. Hintergrund ist der Kolontár-Dammbruch, bei dem am 4.10.2010 um 12.30 Uhr zwischen 700.000 bis 1 Million Kubikmeter Rotschlamm aus den Speichern eines Aluminiumwerkes in der ungarischen Ortschaft Ajka austraten. An diesem Tag wurden die Dörfer Devecser und Kolontár von dem giftigen Bauxitschlamm überschwemmt.
Der Rotschlamm hat mittlerweile zehn Tote und hunderte Verletzte gefordert, Schäden von mehreren Millionen Euro verursacht, die Evakuierung ganzer Landstriche notwendig gemacht und Ökosysteme für lange Zeit zerstört. Vermutlich haben dadurch ebenfalls tausende Menschen ihre Heimat und ihre Arbeit verloren. Ein Augenmerk gilt vor allem den betroffenen Wasserwegen im Einzugsgebiet der Donau. Der folgende Beitrag will einen Überblick über die Katastrophe, ihre Folgen für die Umwelt und die Beteiligten geben sowie den geltenden rechtlichen Rahmen aufzeigen.
II. Der Unfall und die Umweltfolgen
1. Der Ort der Katastrophe Seit 1942 wird in Ajka Tonerde hergestellt. Seitdem wurden etwa 30 Millionen Tonnen Rotschlamm produziert, die in zehn Speichern eingelagert wurden. Der Dammbruch ereignete sich am westlichen Damm des 70 m hohen 10. Speichers, der sich auf dem Areal des ungarischen Aluminiumerzeugers MAL AG4 befindet.
Autor(en)
Dr. Orsolya Gresz, Katalin Gresz, Dipl. iur. Lars Kramm
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
EurUp 06 / 2010 (Dezember 2010)
Verkaufspreis
€ 32,00