Der lange Weg zur ressourcenoptimierten Klärschlammbehandlung
Seit dem 1. Oktober 2006 darf in der Schweiz kein Klärschlamm mehr in die Landwirtschaft ausgebracht werden. Der Schlamm muss thermisch mineralisiert werden. Aktuell wird der Klärschlamm getrocknet und in Zementwerken verbrannt oder in entwässerter Form in Müllverbrennungsanlagen mitverbrannt. Der Phosphor im Klärschlamm stellt laut (Binder et al. 2009) ein grosses Potential für die Verringerung der Mineraldünger-Importe dar. Auf den heutigen Entsorgungswegen geht das Düngepotential verloren. So erscheint es sinnvoll, den Verwertungsweg kritisch zu überdenken und nach Alternativen zu suchen. In der EU laufen große Forschungsvorhaben zur optimalen Phosporrückgewinnung. Der Kanton Zürich schafft sich im Jahr 2007 mit der Forderung nach der „Rückgewinnbarkeit“ (Kanton Zürich 2007) die rechtlichen Voraussetzungen, dass zukünftige Rückgewinnungsverfahren einfach implementiert werden können.
Der gesamte Entscheidungsfindungsprozess wurde professionell begleitet. In der intensiven Phase der Lösungsdiskussion erteilte die Aufsichtsbehörde einen Moderationsauftrag an ein externes Büro, die Rytec AG. Die Aufgabe war, die Fakten und Interessen der Akteure abzufragen, die Positionen zusammenzubringen und in intensiven Workshops konstruktive Lösungsansätze zu erarbeiten. In der Phase der technischen Bearbeitung erarbeiteten die Ingenieure der Rytec AG drei der fünf Standortstudien im Auftrag der jeweiligen Betreiber und entwickelten die Werkzeuge für Vergleich und Sensitivitätsanalysen.