Aufkommen und Qualität von Sickerwasser aus abgeschlossenen Deponien

Nachdem man sich über einige Jahrzehnte, z. T. etwas mühsam an die Existenz von Sickerwässern aus Abfallablagerungen und dabei insbesondere an die nur schwer vorhersagbaren Mengen und Belastungen gewöhnt hat, tritt jetzt als zusätzlicher Faktor der Deponieabschluss auf.

Bei abgeschlossenen Deponien wird sich in Abhängigkeit von den aufgebrachten Oberflächensystemen auch das Sickerwasser ändern. Die Hauptveränderung wird in der Regel die Mengen betreffen, die mehr oder weniger deutlich absinken werden. Daneben ist bei einigen Oberflächensystemen auch mit erheblichen saisonalen Abflussunterschieden zu rechnen. Die Qualität des Sickerwassers wird sich nicht unbedingt verändern. Allerdings wurde bei bayerischen Deponien nach dem Aufbringen einer mineralischen Oberflächenabdichtung bei der CSB-Belastung eine deutliche Absenkung beobachtet. Insgesamt ist mit einer langsamen und mit erheblichen Schwankungen verbundenen Reduzierung der Belastungen über die Zeit zu rechnen. Je deutlicher die Sickerwassermengen abnehmen umso dringender werden Überlegungen zu neuen Konzepten des Umgangs mit Sickerwässern.
Autor(en)
Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Ehrig
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
22. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (2010) (April 2010)
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