The UK Emissions Trading Scheme: Vom Prototyp zum Auslaufmodell?

Funktionsbeschreibung und Erfahrungsbericht zu einem nationalen Emissionshandelssystem

Die britische Regierung pries das zum 1. April 2002 in Gang gesetzte Emissions Trading Scheme (ETS) schon vorab als „the world’s first economy-wide greenhouse gas emissions trading system“. Und nach einem Jahr Laufzeit verkündeten offizielle Stellen sowohl hinsichtlich des abgewickelten Transaktionsvolumens als auch in Bezug auf die erzielten Emissionsreduktionen eine durchweg positive erste Bilanz, infolge derer auch die Ambitionen Großbritanniens auf eine Führungsrolle im euopäischen Emissionshandel gestärkt worden seien: „These are impressive figures which indicate very encouraging levels of activity for this fledgling market. (...) I am sure that we will continue to maintain our lead and establish UK as the centre for greenhous gas emissions trading as we move towards international trading systems“. Kritische Stimmen meldeten jedoch bald Zweifel hinsichtlich der Überzeugungskraft der von offizieller Seite vorgelegten Zahlen an. Insbesondere sei davon auszugehen, dass die Teilnehmer eine große Menge an „hot air“ in das Handelssystem eingebracht hätten, wodurch dessen umweltpolitische Lenkungsfunktion in Wirklichkeit nicht zum Tragen kommen könne, da auf lange Sicht mit einem Überangebot preislich sehr günstiger Zertifikate (allowances) zu rechnen sei und aus diesem Grund Investitionen in Emissionsvermeidungstechniken weiter hinausgeschoben werden würden.
Autor(en)
Tankred Schuhmann
Contentpartner
© Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Publikation
EurUp 01 / 2004 (März 2004)
Verkaufspreis
€ 32,00