Erfassung von E-Schrott seit Einführung des ElektroG – ein Erfahrungsbericht
Die Umsetzung der europäischen WEEE-Richtlinie in deutsches Recht, formuliert im Elektrogerätegesetz ElektroG, brachte erhebliche Veränderungen bei der Erfassung und Verwertung von Elektroaltgeräte mit sich. Die aktive Erfassung nach den neuen Bestimmungen ist seit dem 24.03.2006 in Betrieb; in fast 3 Jahren konnten wir als eines der größten deutschen Recyclingunternehmen etliche Erfahrungen sammeln, die wir hier mit Ihnen teilen wollen.
WEEE in Europa
a) Die Erfassung und Verwertung von Elektro- und Elektronikaltgeräten war in Europa nicht auf einheitlichem Niveau geregelt. Die Spanne reichte von teilweise sehr hohen Standards in einigen Mitgliedsstaaten, z.B. in Skandinavien, aber auch in Deutschland bis hin zu Ländern, in denen kaum eine separate Erfassung von Altgeräten bestand. Als Beispiel dienen nicht nur die neuen Mitgliedstaaten in Osteuropa, die verständlicherweise einen Nachholbedarf haben, sondern vor Allem auch große Länder, die zu den EU-Kernstaaten zählen. So gab es in Frankreich bis 2007 noch keine Aufbereitung von Kühlgeräten mit FCKW-Rückgewinnung. Elektrogeräte wurden entweder mit dem normalen Hausmüll entsorgt, oder dem Schrott zugerechnet. Auch in Großbritannien waren vor wenigen Jahren noch keine Erfassungs- und Sammelstrukturen geschaffen. Als Beispiel für eine erfolgreiche Umsetzung mag Irland dienen. In kürzester Zeit wurde ein Erfassungssystem geschaffen und die Sammelquote stieg von „Null“ in 2003 auf 8 kg pro Einwohner und Jahr in 2008. Dies wurde erreicht trotz der Insellage Irlands; die zersiedelte Struktur in den westlichen Küstenregionen macht eine Erfassungslogistik aufwändig und teuer. Zudem ist das Land mit nur knapp 4 Millionen Einwohnern kaum groß genug, um eine eigene Recyclingindustrie zu tragen. Historisch konnte Irland auf die Wirtschaftsstrukturen von England zurückgreifen, aber gerade beim Thema WEEE lag Großbritannien weit hinter dem europäischen Niveau.
Autor(en)
Manfred Fahrner
Contentpartner
© Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Publikation
87. Abfallwirtschaftliches Kolloquium (November 2009)
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