Das Spannungsfeld von Recyclingquoten und Resourcenschonender Konstruktion

Reduzierung des Flottenverbrauchs, 3-Liter-Autos sowie alternative Antriebskonzepte sind seit Jahren in der öffentlichen, politischen und technischen Diskussion. Häufig wird dabei vergessen, dass verbrauchsreduzierende Leichtbaumaßnahmen, meist mit gestiegenem Energie- und Ressourcenverbrauch in der Herstellungsphase erkauft werden müssen und dass die stoffliche Verwertung am Lebensende eines Fahrzeugs häufig erschwert wird.

Durch die im September 2000 vom europäischen Parlament und den Rat beschlossene „End of Life Vehicles“ Direktive wird unter anderem gefordert, dass Altfahrzeuge ab dem Jahr 2015 zu mindestens 95% verwertet werden müssen. Die Einschränkung, dabei mindestens 85% des Gesamtgewichts eines Fahrzeugs stofflich zu verwerten stellt nicht nur für den Verwerter sondern auch für den Fahrzeugentwickler eine zusätzliche Herausforderung dar. Um die Umweltverträglichkeit eines Automobils zu optimieren genügt es also nicht alleine den Kraftstoffverbrauch zu senken. Ebenso werden die Umweltlasten eines Fahrzeugs nicht alleine durch eine recyclinggerechte Konstruktion minimiert. Erst die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus “von der Wiege bis zur Bahre” und die Erfassung und Bewertung aller Stoffströme und Emissionen ermöglicht eine nachhaltige Reduzierung der Umweltbelastung. Im vorliegenden Beitrag werden die Spannungsfelder zwischen verschiedenen umweltrelevanten Zielsetzungen und den gesetzlich vorgegebenen Verwertungsquoten erläutert. Am Beispiel Mercedes-Benz wird aufgezeigt wie Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit von PKW, von Anfang an, in den Produktentwicklungsprozess integriert sind und wie durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen und Recyclaten natürliche Ressourcen geschont werden.
Autor(en)
Dr.-Ing. B. Stark
Contentpartner
© Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft
Publikation
AbfallTag 2006 (Juni 2006)
Verkaufspreis
im BASIC-Abonnement enthalten