Umsetzung der 5. Novelle der Verpackungsverordnung – Erfahrungen, Konsequenzen und Perspektiven aus Sicht der kommunalen Entsorgungswirtschaft

Grundsätzlich stellt sich die Verpackungsordnung als Erfolggeschichte dar – flächendeckende Sammelstrukturen, technisch anspruchsvolle Sortieranla-gen und über Jahre aufgebaute Verwertungsstrukturen gewährleisten ein im europäischen und weltweiten Vergleich sehr hohes Recyclingniveau. Gleichzeitig ist der Bürger weiterhin bereit, bei der notwendigen Mülltren-nung mitzuwirken, was für alle Beteiligten an hohes Maß an Verantwortung impliziert.

In den letzten Jahren sind jedoch strukturelle Schwächen des Regelungs-ansatzes immer deutlicher geworden, die auch die 5. Novelle der Verpa-ckungsverordnung nicht beseitigt hat. So wird das Trittbrettfahrerproblem nicht grundlegend gelöst, sondern allenfalls geringfügig entschärft. Die Komplexität der Verordnung erschwert rechtstreues Verhalten der Verpflich-teten und macht sie auf Seiten der Verwaltung in weiten Bereichen nicht administrierbar. Die Trennung von kommunaler Entsorgungszuständigkeit für den Hausmüll und privater Organisationsverantwortlichkeit der Verpa-ckungsentsorgung führt zu einer Fülle praktischer Schwierigkeiten bei sach-gerechter Abstimmung der Systeme vor Ort und deren Weiterentwicklung im Rahmen einer Stoffstrombetrachtung sowie zu ständigen politischen Konflikten. Das Instrument der Gemeinsamen Stelle muss als gescheitert angesehen werden.
Autor(en)
Walter Hartwig
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
8. Würzburger Verpackungsforum (2009) (Oktober 2009)
Verkaufspreis
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