Betriebserfahrungen mit der anaeroben Deammonifikation von Deponiesickerwasser

Deponiesickerwasser zeichnet sich durch hohe Ammoniumkonzentrationen und geringe BSBGehalte aus. Je älter eine Deponie ist, desto ausgeprägter wird dieses Verhältnis. Die Stickstoffelimination bei Deponiesickerwasser funktioniert auf Grund des hohen Verhältnisses von Ammonium zu BSB nicht wie bei der kommunalen Abwasserreinigung.

In der Sickerwasserreinigungsanlage des Werra-Meißner-Kreises der Deponie „Am Breitenberg“ in Meißner-Weidenhausen (Hessen, Deutschland) konnte bereits wenige Wochen nach der Umstellung auf anaerobe Deammonifikation der N-Gehalt stabil um 84 % reduziert werden. Der Überschussschlammanfall verringerte sich um 40 %. Die C-Quelle konnte um 71 % reduziert werden. Alle angegebenen Werte beziehen sich auf den abgebauten Stickstoff. Die hier dargestellte Untersuchung bezieht sich auf einen Zeitraum von ca. 15 Monaten. Nach Erfahrungen der Autoren ist in Bezug auf den Überschussschlamm noch mehr Einsparvolumen zu erwarten. Die Zahlen zeigen aber, dass eine Einsparung kurzfristig nach einer qualifizierten Anlagenumstellung erfolgen kann. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen muss auch die erhebliche CO2-Minderung beim Betrieb der umgestellten Anlage erwähnt werden. Laufende Forschungsergebnisse belegen, dass die Art der Umstellung eine große Rolle für die Dauer des Übergangs von der klassischen Denitrifikation zur anaeroben Deammonifikation spielt. Die Fluxrate bei der Ultrafiltration und auch der prozentuale CSB-Abbau sind zur Zeit noch nicht optimal im Vergleich zum Referenzzeitraum.
Autor(en)
Volker Rekers, PD Dr. rer. nat. Dr.-Ing. habil. Martin Denecke, U. Walter
Contentpartner
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
Publikation
Depotech (2008) (November 2008)
Verkaufspreis
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