Novelle der Klärschlammverordnung – Stand und Konsequenzen für die Praxis
Zur Aktualisierung der Anforderungen an die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung hat das Bundesumweltministerium nach Durchführung einer Expertentagung nunmehr in einem „Arbeitsentwurf“ (19.11.2007) Vorschläge zur Neufassung der Klärschlammverordnung unterbreitet. Durch die vorgeschlagenen neuen Anforderungen sollen einerseits die Weichen für eine längerfristig angelegte bodenbezogene Klärschlammverwertung gestellt, andererseits aber auch die Belange des vorsorgenden Bodenschutzes berücksichtigt werden. Um beiden gesetzlich vorgegebenen Zielen zu entsprechen, schlägt das Bundesumweltministerium eine deutliche Absenkung von Schadstoffgrenzwerten vor.
Hinsichtlich der Zukunft der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung kann derzeit allein die Aussage getroffen werden, dass sich die Anforderungen künftig erheblich verschärfen werden – aktuell insbesondere aufgrund nationaler Vorgaben. Akute Gefährdungen von Böden durch Klärschlämme bestehen nicht, so dass die rechtlichen Neuregelungen ohne zeitlichen Druck erarbeitet werden können. Durch Einbeziehung freiwilliger Qualitätssicherungssysteme soll die behördliche Überwachung künftig flankiert und es sollen ergänzende vertrauensbildende Maßnahmen ermöglicht werden. Steigende Preise für Rohphosphate an den Weltmärkten lassen die herkömmliche landwirtschaftliche Klärschlammverwertung möglicherweise wieder etwas an Attraktivität gewinnen, solange die Rückgewinnung schadstoffarmer Phosphate aus dem Abwasser noch nicht konkurrenzfähig ist. In einem gemeinsamen Schwerpunktprogramm lassen das Bundesministerium für Umwelt, das Bundesforschungsministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium hier die Möglichkeiten im Forschungs- und im Praxismaßstab untersuchen, in welchem Umfang, zu welchen Qualitäten und vor allem zu welchen Kosten schadstoffarmes Phosphat aus Klärschlamm, aber auch aus Überschusswirtschaftsdüngern und tierischen Nebenprodukten gewonnen werden kann.
Autor(en)
RDir Dr. Claus-Gerhard Bergs, Ricky Fischer
Contentpartner
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Publikation
20. Kasseler Abfallforum (2008) (April 2008)
Verkaufspreis
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