Tausend Möglichkeiten - und eine Gefahr - Von der Sanierung asbestverseuchter Gebäude lebt ein ganzer Berufsstand

Das Wundermineral von einst wurde zur Altlast, an der vermutlich noch Generationen zu leiden haben werden. Asbest ist noch immer ein Musterbeispiel verantwortungslosen Handelns auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Daran ändern weder Import- noch Anwendungsverbote etwas, zumal die Faser im Ausland fleißig weiter abgebaut und verwendet wird. Wir widmen uns dem Thema Asbest in diesem und dem Folgeheft des ENTSORGA-Magazins.

(31.03.08) Asbest ist ein Naturstoff, der als „Mineral der tausend Möglichkeiten“ seit mehr als 100 Jahren in industriellen und verbrauchernahen Bereichen Verwendung gefunden hat. Mehr als 3.500 Produkte wurden aus Asbest hergestellt. Der Import von Rohasbest nach Deutschland (West) betrug in den Jahren 1950 bis 1990 etwa 4 Mio. Tonnen. In der ehemaligen DDR kamen etwa 1,2 Mio. Tonnen Asbestprodukte zur Anwendung. Asbestprodukte wurden in Deutschland bis in die 90er Jahre fast überall eingesetzt, wo hohe Temperaturen auftreten können (Hochtemperaturdämmung, -dichtungen, Brandschutz, Brems- und Kupplungsbeläge, Schutzkleidung etc.). Darüber hinaus wurden in Westdeutschland etwa 900 Mio. Quadratmeter Asbestzementprodukte verbaut. Die Lebensdauer dieser Produkte beträgt ca. 50 Jahre. Obwohl bereits in den letzten 15 Jahren umfangreiche Sanierungs- und Entsorgungsmaßnahmen durchgeführt wurden, sind in vielen Gebäuden und Bauteilen immer noch Asbestbelastungen vorhanden.... Unternehmen, Behörden + Verbände: SV Sparkassen-Versicherung, VDI, Arcadis Consult GmbH, Norddeutscher Asbestsanierungsverband e.V. (NAV) Autorenhinweis: Torsten Mußdorf (Norddeutscher Asbestsanierungsverband e. V.), Joachimvon Jutrczenki (Norddeutscher Baugewerbeverband e. V.)
Foto: M. Boeckh
Autor(en)
Thorsten Mußdorf, Joachim von Jutrczenki
Contentpartner
© Deutscher Fachverlag (DFV)
Publikation
Entsorga 02 / 2008 (März 2008)
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