Hohe Dunkelziffer - Umweltvergehen sind weiter rückläufig - zumindest offiziell

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Umweltkriminalität in Deutschland mit großem Erfolg zurückgedrängt wird: Die Zahl der erfassten Umweltdelikte ging im Jahr 2003 erneut zurück, das fünfte Mal in Folge. Ganze 31.696 Straftaten gegen die Umwelt verzeichnet die vom Umweltbundesamt (UBA) kürzlich vorgelegte Studie `Umweltdelikte 2003`.

22.03.2005 Die meisten der Straftaten gegen die Umwelt (fast 25.000) bestehen in Verstößen gegen das Strafgesetzbuch, die übrigen Delikte beziehen sich auf das so genannte Umweltnebenstrafrecht (Tierschutzgesetz, Bundesnaturschutzgesetz, Bundesjagdgesetz, Pflanzenschutzgesetz: zusammen 6.500 Fälle und das Chemikalienrecht: zusammen 496 Fälle). An der Spitze der Umweltdelikte steht - wie immer seit den 90er-Jahren - der unerlaubte Umgang mit gefährlichen Abfällen. Mit 17.039 bekannt gewordenen Vergehen weisen der Müllbereich fast 70 Prozent aller durch das Strafgesetzbuch (StGB) im Jahr 2002 erfassten Taten aus. Gegenüber dem Vorjahr (18.914 Fälle) ist aber auch diese Zahl deutlich zurückgegangen. Den Löwenanteil der erfassten Müllkriminalität macht dabei die umweltgefährdende Abfallbeseitigung (beispielsweise ist das Auffüllen einer Grube mit Altreifen oder Altölfässern) aus. Lediglich 82 der Abfallstraftaten beziehen sich auf die Versuche, gefährlichen Müll international zu verschieben. Gewässerverunreinigung, traditionell das zweithäufigste Umweltvergehen, wurde 4.415-mal bekannt. Auch dieses Delikt schlägt sich immer seltener in der Statistik nieder. Im Jahr 1993 wurden noch 8.700 Fälle festgestellt. Drittwichtigste Umweltstraftat ist die Bodenverunreinigung mit 1.720 bekannt gewordenen Fällen... Unternehmen, Behörden + Verbände: Umweltbundesamt (UBA) Autorenhinweis: Rolf Gramm
Autor(en)
Rolf Gramm
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Publikation
Entsorga 02 / 2005 (März 2005)
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